THEMEN // ISSUES

Suits: Schein. Schale. Sein – & Crux.

Jeden Tag wählst du – bewusst oder unbewusst – wie du dich zeigst. Im Meeting professionell, zu Hause entspannt, unter Freunden verletzlich. Doch wer bist du wirklich, wenn all diese Rollen wegfallen? Die meisten Menschen leben zwischen Schein (wie sie wirken), Schale (wie sie sich präsentieren) und Sein (wer sie glauben zu sein), ohne je die Crux zu erreichen: den Kern, der bleibt, wenn alles andere nur Spiel ist.

Erkenne dich selbst: Wer bist du im Spiel der Rollen?

Es geht nicht darum, authentisch zu sein. Es geht darum zu wissen: Warum tue ich, was ich tue? Welche Muster folge ich? Was ist meine wahre Absicht? Wer diese Fragen beantworten kann, trägt Masken nicht mehr aus Zwang – sondern aus Wahl.

“Die Crux des Selbst liegt nicht in der Maske, sondern darin, wann wir sie bewusst ab- oder aufsetzen.”


< \ > Das Spannungsfeld

Wir alle bewegen uns täglich zwischen verschiedenen Ebenen: Wie wir wirken wollen (Schein), wie wir uns präsentieren (Schale), wer wir glauben zu sein (Sein) – und dann die entscheidende Frage, die Crux: Wer bin ich wirklich, wenn all das wegfällt?

Die meisten Menschen reflektieren selten darüber, warum sie tun, was sie tun. Sie reagieren, passen sich an, übernehmen Muster – ohne zu fragen: Ist das meine Wahl oder spiele ich nur eine Rolle, die andere für mich geschrieben haben?

“Die Crux des Selbst liegt nicht in der Maske, sondern darin, wann wir sie bewusst ab- oder aufsetzen.”


< / > Acht Arten, sich selbst zu begegnen

Menschen begegnen dieser Frage unterschiedlich:

  1. Kennen nicht – Leben unreflektiert, ohne Bewusstsein für Rollen
  2. Gucken – Beobachten andere, orientieren sich extern
  3. Finden interessant – Erkennen Muster, beginnen nachzudenken
  4. Leben danach – Übernehmen bewusst oder unbewusst fremde Codes
  5. Streben danach – Perfektionieren die äußere Form
  6. Glauben daran – Identifizieren sich vollständig mit der Rolle
  7. Rebellieren dagegen – Lehnen Erwartungen ab, suchen Gegenpol
  8. Ignorieren es – Weigern sich, das Spiel mitzuspielen

Jede Position hat ihre Berechtigung. Keine ist “richtig” oder “falsch”. Die Frage ist: Wo stehst du – und weißt du es bewusst?

“Wer bin ich, wenn niemand zuschaut? Und wer, wenn alle hinsehen?”


< | > Die Lösung: Bewusste Navigation

Minimiere blinde Anpassung.
Maximiere Selbstreflexion.
Normalisiere, dass du verschiedene Versionen von dir zeigst.
Integriere alle Facetten, ohne dich zu verlieren.
Optimiere nicht Perfektion, sondern Flexibilität.
Variiere bewusst zwischen Rollen – ohne Selbstverrat.

Die Crux liegt nicht darin, keine Masken zu tragen. Wir alle tun das. Die Crux liegt darin zu wissen:

  • Wann setze ich welche Maske auf?
  • Warum tue ich, was ich tue?
  • Wie bin ich „gestrickt” – welche Muster folge ich unbewusst?
  • Was ist meine wahre Absicht hinter dem, was ich zeige?

“Es geht nicht darum, keine Maske zu tragen, sondern zu wissen, wann du sie trägst – dann bestimmst du, wer du bist.”


< /|\ > Das solltest du wissen

Psychologie der Selbstwahrnehmung:
Wir konstruieren unser „Ich” aus Interaktionen, Erwartungen und Spiegelungen. Was du nach außen zeigst, formt, wie du dich selbst erlebst. Das nennt sich Enclothed Cognition – nicht nur Kleidung, sondern jede äußere Form beeinflusst dein Denken, Fühlen und Handeln.

Die Kausalkette:
Schein (was andere sehen) → beeinflusst → Schale (wie du dich präsentierst) → formt → Sein (wer du glaubst zu sein) → führt zur → Crux (wer du wirklich bist, wenn du wählst)

Studien zeigen:
Menschen, die bewusst zwischen Rollen wechseln können, haben höhere emotionale Intelligenz, bessere Beziehungen und mehr innere Stabilität. Nicht Authentizität um jeden Preis, sondern kontextuelle Flexibilität ist der Schlüssel.

“Die wahre Meisterschaft liegt nicht darin, immer authentisch zu sein, sondern darin, bewusst zu wählen.”


Konkretes Beispiel

Stell dir vor, du bist in einem Meeting. Du präsentierst professionell, klar, strukturiert. Das ist deine Schale – angemessen, bewusst gewählt.

Zu Hause mit Freunden bist du locker, spontan, verletzlich. Auch das ist eine Schale – nur eine andere.

Die Frage ist nicht: Welche ist echt?
Die Frage ist: Wählst du bewusst, oder reagierst du nur?

Wer seine Crux kennt – den Kern, der durch alle Rollen hindurch stabil bleibt – der kann frei navigieren, ohne sich zu verlieren.


< ∞ > Fazit

Zwischen Schein und Sein liegt kein Widerspruch, sondern ein Spektrum bewusster Entscheidungen. Die Schale ist nicht dein Feind – sie ist dein Werkzeug. Die Crux ist die Erkenntnis:

Du bist nicht die Maske. Aber du bist auch nicht ohne sie.

Die Kunst liegt darin zu wissen: Wann trage ich welche – und warum?



“Flexibilität ist die neue Authentizität.”

Angebote // Coaching