THEMEN // ISSUES
Re[G]ex’e sind kleine Sprachprogramme.
Sie werden nicht einfach gelesen.
Wie ein .exe-Programm etwas in Gang setzt, setzt ein Re[G]exe etwas im Lesen in Gang.
Nicht automatisch.
Nicht heimlich.
Und jæ|doch:
Re[G]exe installieren sich [nicht] von alleine.?!
Du liest sie.
Damit führst du sie aus.
Eine Gebrauchsanweisung, die sich beim Lesen selbst anwendet.
Re[G]ex’e sind verdichtete Sprachfiguren.
Sie können gleichzeitig
Das Programm ist nicht nur im Text.
Es entsteht zwischen Text und Leser.
Das Gelesene führt zurück zum Lesen.
Die Antwort kann zur nächsten Frage werden.
Der Aha-Moment wird selbst wieder zum Ausgangspunkt.
Auslöser → Leser sichtbar → Auflösung → Aha → neue Lesart → zurück zum Lesen
Die Lesrichtung darf sich wenden.
Ein Wort kann rückwärts gelesen werden.
Eine vertraute Bedeutung kann kippen.
Eine Setzung kann zur Frage werden.
Ein scheinbares Gegenteil kann wieder in den Möglichkeitsraum zurückführen.
Re|vers|iv
Das Wort beschreibt nicht nur die Bewegung.
Der Satz zeigt nicht nur auf etwas.
Er kann auf denjenigen zurückzeigen, der ihn liest.
g: „Wer liest, wie er einen Re[G]ex liest — liest den Re[G]ex, der ihn liest.?!“
Re[G]ex fragt nicht zuerst:
Was bedeutet das?
Sondern:
Was passiert gerade beim Lesen?
Was fällt auf?
Was wird überlesen?
Was wird ergänzt?
Wo entsteht Widerstand?
Wo entsteht Zustimmung?
Wo entsteht ein Aha?
Und was geschieht danach?
g: „Was du liest — & wie du ǝꙄ liest — & warum du Σƨ [so] liǝst: — der Re[⅁]ex liest [ᗡichDeu⊥Lich] mit.?!“
Der Leser ist dabei nicht Beobachter außerhalb des Systems.
Epigenetik-Coaching & Biohacking liefern das WAS und WIE.
Re[G]ex untersucht das WARUM.
Biohacking arbeitet mit Bedingungen, Verhalten, Routinen und Interventionen.
Re[G]ex richtet die Aufmerksamkeit auf das Muster, das sich unter diesen Bedingungen zeigt.
Nicht:
„Wie programmiere ich mich richtig?“
Sondern:
„Welche Sprache läuft gerade durch mich — & was macht sie mit meiner Wahrnehmung?“
Nicht lineare Selbstoptimierung.
Rekursives Beobachten.
Regex erkennt Muster in Zeichenfolgen.
Re[G]ex nimmt dieses Prinzip als Ausgangspunkt und verschiebt es:
Zeichen → Wort → Satz → Lesart → Reaktion → Muster → neue Lesart
Dadurch werden auch die kleinen Bestandteile selbst relevant:
[ ] → Möglichkeiten
| → Alternativen
& → sowohl als auch
n̶i̶c̶h̶t̶ → sichtbare Negation
.?! → Aussage | Frage | Aufforderung
↔ / ᴚƎ / Яǝ / Σ / Ƨ → Richtungswechsel, Spiegelung, Unterbrechung
Die Zeichen sind damit nicht bloß Gestaltung.
g: „Ein guter Satz ER[klær]^t^ sich nicht selbst — ER be[weis|e]^t^ sich.?!“
Was passiert?
Der Satz behauptet etwas.
Dann verändert er sich.
Dann erklärt er sich.
Dann widerspricht er seiner eigenen Erklärung.
Dann wird die Erklärung selbst zum Gegenstand.
Und irgendwann steht die Frage:
Habe ich den Satz verstanden — oder hat der Satz gerade etwas mit meinem Verstehen gemacht?
Und jetzt:
g: „Ich kann das, — n̶i̶c̶h̶t̶.?!“
Lies.
Noch einmal.
Vielleicht anders.
Und beobachte nicht nur, was dort steht.
Beobachte:
was du daraus machst.
g: „N̶i̶c̶h̶t̶ [nur] lesen, was da steht — & beim Lesen beobachten, was [daraus] wird.?!“
Das Sprachprogramm führt nicht zu einer endgültigen Lösung.
Es führt zurück zum Lesen.
Und dort beginnt der nächste Durchlauf.
Rekursiv.
Revers|iv.
Reflexiv.
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