THEMEN // ISSUES

Dogma[t]ismus]: [Starre] Überzeugungen

Ein Dogma ist ein grundlegendes Prinzip oder eine als wahr angenommene Lehrmeinung, die als verbindlich gilt und nicht hinterfragt werden soll. Dogmatismus bezeichnet das starre Festhalten an Überzeugungen ohne kritische Reflexion – verbunden mit der Unfähigkeit, andere Perspektiven zuzulassen.


Kurz:
Dogma = Inhalt (eine festgesetzte Wahrheit)
⬢ Dogmen können Orientierung geben.
Dogmatismus = Haltung (wie mit dieser Wahrheit umgegangen wird)
⬢ Dogmatismus verhindert Weiterentwicklung, Dialog und Erkenntnis.


Das sogenannte zentrale Dogma der molekularen Biologie beschreibt den Informationsfluss von DNA zu RNA zu Proteinen. Lange Zeit wurde daraus geschlossen, dass genetische Information unser Schicksal unveränderlich festlegt.

g: “Ist deine DNA wirklich dein Schicksal – oder nur der Ausgangspunkt?”
g: “Wenn Gene unveränderlich sind, warum fühlen sich Zwillinge so unterschiedlich?”

Heute wissen wir, dass sich zwar die Richtung des Informationsflusses nicht ändert, wohl aber die Aktivität der Gene. Umwelt, Ernährung, Stress und Lebensstil beeinflussen, welche Gene aktiv sind.

g: “Kann dein Mittagessen heute deine Gene von morgen beeinflussen?”
g: „Lenkst du deine Gene – oder lenken sie dich?“

Dieses Forschungsfeld nennt sich Epigenetik. Sie zeigt, dass äußere Faktoren die Genexpression verändern können, ohne die DNA-Sequenz selbst zu verändern.

g: “Wenn du deine Gene nicht ändern kannst – kannst du ihre Lautstärke regeln?”
g: „Schreibst du heute schon an deinem genetischen Drehbuch mit?“

Immanuel Kant unterscheidet einen negativen und einen positiven Skeptizismus. Während negativer Skeptizismus im Zweifel verharrt und dadurch selbst dogmatisch wird, versteht Kant positiven Skeptizismus als einen Ruheplatz der Vernunft – nicht als dauerhaften Aufenthaltsort, sondern als Orientierung zur sicheren Weiterreise.



„Skepsis an der Moral ist das Entscheidende.“

Friedrich Nietzsche

Angebote // Coaching